SAMUWA aqua_plan

Die Stadt als hydrologisches System im Wandel

SaMuWa - Schritte zu einem anpassungsfähigen Management des urbanen Wasserhaushaltes

SAMUWA ist ein Verbundforschungsvorhaben innerhalb der BMBF-Fördermaßnahme "Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung" (BMBF-INIS).

Hintergrund des Projektes ist die Erkenntnis, dass die städtische Wasserinfrastruktur zukünftig einem Wandel der stadthydrologischen Randbedingungen ausgesetzt sein wird. Globale Trends wie der Klimawandel und demografische Veränderungen werden von stadtspezifischen Entwicklungen überlagert. Beispiele dafür sind wachsende beziehungsweise schrumpfende Städte oder der Umgang mit überflutungsgefährdeten Wohngebieten. Für die Siedlungsentwässerung sind diese Veränderungen von besonderer Bedeutung, da sie derzeit auf statische und unflexible Systeme treffen. Im Vorhaben SAMUWA werden die bestehenden Systeme überdacht und sollen Wege aufgezeigt werden, die Planung und den Betrieb von Entwässerungssystemen zu einem anpassungsfähigen dynamischen Management zu führen. Dazu werden planerische Instrumente, IT-Werkzeuge und organisatorische Prozesse weiterentwickelt. Mit den Ergebnissen sollen Kommunen und ihre Entwässerungsbetriebe auf dem Weg der Umstellung einer konventionellen Entwässerungsplanung hin zu intelligenten Systemen mit einer anpassungsfähigen Bewirtschaftung des stadthydrologischen Gesamtsystems unterstützt werden.

Die Implementierung des Vorhabens erfolgt an vier Modellgebieten mit unterschiedlichen entwässerungstechnischen, topografischen, geologischen und stadträumlichen Randbedingungen:
  • Gelsenkirchen
  • Münster
  • Reutlingen
  • Wuppertal


  • Das Verbundprojekt SAMUWA orientiert sich an vier Themenschwerpunkten:
  • A - Zukunft befragen
  • B - Bestand verbessern
  • C - Zukunft planen
  • D - Hemmnisse überwinden

  • diese wiederum werden in einzelne Teilprojekte unterteilt. aqua_plan ist hierbei Praxispartner für das Projekt B.4: Messdatenmanagement im Themenschwerpunkt "Bestand verbessern" und mitwirkende Kraft im Projekt D1.2: Zentrales Informationsportal als Planungsgrundlage - Konzeption, Entwicklung und Programmierung der GIS-Applikation im Themenschwerpunkt "Hemmnisse überwinden".

    Projekt B.4: Messdatenmanagement (in der Stadthydrologie)

    Unter den Bedingungen des Wandels und großer Planungsunsicherheiten ist das reale betriebliche Verhalten der Maßstab für die Beurteilung von Entwässerungssystemen und für die Ermittlung von Handlungsbedarf. Dieser Ansatz stellt hohe Anforderungen an die Organisation der Massendatenverwaltung (hohe zeitliche Auflösung, lange Zeiträume). Im Rahmen des Projektes werden sowohl die Software AquaZIS als auch die Organisationsprozesse bei den Anwendern so weiterentwickelt, dass sie ein effektives Datenmanagement mit dem Ziel der Erfolgskontrolle und der Bereitstellung von Planungsgrundlagen ermöglichen.

    aqua_plan hat dabei folgende Aufgaben übernommen:
    • Definition eines Anforderungsprofils (DefinitionPlan - MDMS)
    • Softwaretechnisches Design und Umsetzung (Prüf- und Korrekturmethoden)
    • Validierung und Umsetzung der Programmergänzungen

    Die ersten Schritte bestehen darin, die relevanten Daten der Modellgebiete nach AquaZIS zu importieren.
    Dazu war es erforderlich, folgende Schnittstellen weiter auszubauen:
    • Geografie der Daten (zur Orientierung der Entwässerungssysteme in der hydrologischen Umwelt)
    • Stammdaten der Messstationen (zur Lokalisierung und Beschreibung ihrer Aufgaben)
    • Messdaten (das Hauptgeschäft für die Erfolgskontrolle und Planungsgrundlagen)

    Projekt D1: Zentrales Informationsportal als Planungsgrundlage

    Für die Verwaltung und Bereitstellung von zeitbezogenen Daten wird AquaZIS eingesetzt. Die Anwendung standardisiert so das sektorübergreifende Pre-und Postprocessing von Daten im planerischen Entscheidungsprozess und dient als zentrales Informations-Portal.

    aqua_plan hat dabei folgende Aufgaben übernommen:
    • Konzeption, Entwicklung und Programmierung der GIS-Applikation
    • Integration der Zeitreiheninformationssystems
    • Erfolgstests im Alltagseinsatz

    Laufzeit des Projektes ist von Juli 2013 bis Juni 2016. Das Verbundvorhaben wird vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart koordiniert. Über die SAMUWA-Website informieren wir Sie über den Fortschritt des Projektes und die Projektergebnisse.